an interview with me on electrovagant.de

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Hallo Benjamin, Du bist in der Szene besser bekannt als „VJ Pixelschubser“. Du bist Videokünstler und betätigst Dich auch im Bereich Balett, Theater oder bei Videoinstallationen. Meine erste Frage an Dich, woher kommt Deine Leidenschaft zur Videokunst oder zu den visuellen Aktivitäten?

VJ Pixelschubser
Hallo Chris, es ehrt mich dass Du hinter meinen visuellen ergüssen Leidenschaft vermutest. ich denke diese Leidenschaft zum Bewegtbild lässt sich von meinem Künstlernamen ableiten. Ich habe schon früh angefangen Pixel auf dem Bildschirm hin und her zu schubsen. Das ganze begann mit ersten kleinen Animationen auf dem Amiga 500. Später dann als ich meinen ersten PC besaß stolperte ich über Macromedias Flash. Die sich damit ergebenden schier unendlichen Möglichkeiten der Animation liessen mir keine Ruhe bis ich dann 1998 auf einem Sofa Surfers Konzert das erste mal abgestimmte Videoanimationen zur Musik sah. Da war mir sofort klar wohin meine Reise gehen wird.

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Ausserdem bist Du der Initiator und Festivalleiter der B-Seite dem Festival für visuelle Kunst und Jetztkultur. Was können sich die Leute darunter vorstellen? Beschreibe doch einmal kurz was dahinter steckt?

VJ Pixelschubser
Besitzer eines Plattenspielers werden das Konzept des Festivals für visuelle Kunst und Jetztkultur leicht nachvollziehen können: manchmal ist es das unscheinbare “B” auf der Vinylscheibe, hinter dem sich das wahre Kleinod verborgen hält. Die B-Seite spürt diesen Perlen nach, die abseits des Scheinwerferlichtes gedeihen, wagt einen zweiten Blick und scheut es nicht, den Tonabnehmer auf Rillen zu platzieren, die bislang unbeachtet blieben. Dabei liegt der Fokus auf den Spielarten moderner visueller Kunst. Besonders toll in diesem Jahr ist, das wir das erste mal mit der Time Warp und dem Jetztmusik Festival kooperieren. Ich kann Euch jetzt schon versprechen das vom 20.-27. März 2010 die Pixel und die Beats den Mannheimern die Hosen ausziehen werden.

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Mittlerweile bist Du nach Residents wie in der Halle02, Heidelberg bei den Partyreihen electro_nouveau und plus+, Resident im Deep für “dance today raveolution tomorrow” und “Partymonster” im Session in Walldorf. Weiterhin bist Du Initiator der VJ Crew interzone42, was verbirgt sich hinter der VJ Crew interzone42 und wer gehört alles zur Crew?

VJ Pixelschubser
Hehe da triffst Du ja genau ins schwarze mit der Frage. Es gibt Geschichten die besser nicht erzählt werden und eine davon ist der Ursprung von interzone42. Eigentlich könnte ich diese Frage ja auch einfach mit 42 beantworten. Da ja bekanntlich 42 die Antwort auf die Frage “nach dem Leben, dem Universum und allem?” ist. Interzone42 ist eine offene VJ Crew im Moment bestehend aus Swen Seyerlen (VJ R:A:U:L: ) und mir.

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Du hast einen straffen Zeitplan, Stichwort „Time Managment“. Wie bekommst Du das alles unter einen Hut?

VJ Pixelschubser
Das frage ich mich manchmal selbst. Letztendlich bekomme ich das alles nur dadurch gebacken, dass ich 14-17 Stunden täglich arbeite – das heisst auch am Wochenende. Aber man ist ja kreativ und lässt sich dann solche Sachen einfallen wie interzone42. Interzone42 steht für garantiert qualitativ hochwertige Visuals unabhängig davon wer dann letztendlich Visuals macht. Das verschafft mir Spielraum wenn es zu den unangenehmen doppel Bookings kommt.

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Was macht Dich als VJ so einzigartig und besonderst, welche sind Deine Spezial-Gebiete?

VJ Pixelschubser
Ich verwende zu 95% eigens produziertes Material aus allen erdenklichen Bereichen: vom Selbstgedrehten bis hin zur 3d Animation oder von absichtlich gestörten Videosignalen bis zu Vektorgrafiken. Besonders ist denke ich mein Gespür für die Musik. Bei mir passiert alles aus der Musik heraus und auf den Beat angepasst.

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Mit welchen Szenengrößen aus Musik und Kultur hast Du bereits zusammen gearbeitet?

VJ Pixelschubser
Viele VJ’s geben als Referenz an welche DJ’s aufgelegt haben während sie ,z.B. in ihrer Residents, Visuals gemacht haben. Ein Lightjockey oder ein Türsteher würde nie auf diese Idee kommen. Deswegen halte ich nicht so viel davon und Referenziere mich selber eher über Locations oder Festivals von denen ich eingeladen wurde.

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Welches war Deine größte „Show“ / Dein größtes Festival wo Du Deine Fähigkeiten unter Beweiss stellen durftest?

VJ Pixelschubser
Letztes Jahr habe ich den VJ Workshop der Time Warp gewonnen und durfte 2 Stunden auf dem Mainfloor spielen. Diese Jahr wurde ich auf das Licence to Screen in der Slovakei eingeladen. Im Moment läuft eine Bewerbung für das Mapping Festival in Genf (das bekannteste und grösste VJ Festival der Welt) wo es ganz gut für mich aussieht – also Drückt mir die Daumen.

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Na klar, das machen wir! Deine Videokunst war bisher im Kunstverein Viernheim, dem Ballet des Nationaltheaters Mannheim, dem e3 Geschäft für Gestaltung und der Kulturkanzlei Mannheim sowie der showtime! Weinheim und dem Augenscheinfestival Heidelberg zu sehen. Eine große Ehre Deine Kunst dort betrachten zu können?

VJ Pixelschubser
Lach, ne eigentlich ist es eher eine Ehre für mich Austellen zu dürfen.

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Eine stehende Installation welche mit Swen Seyerlen und TimVis realisiert wurde kann man im ebony – Club in Heidelberg bewundern. Wie kam es dazu und wer hatte die Idee hierfür?

VJ Pixelschubser
Zusammen mit Christian Hiss vom Ebony Club, welcher sich übrigens gerade im Wandel befindet und bald im neuen Gewand erscheint (man darf gespannt sein) habe ich das Konzept ausgearbeitet und dann schließlich mit unserer Agentur lichtinstallationen.com realisiert. Wir bauen diese Kreativagentur für Lichtkunst, neue Medien und VJ Booking gerade auf und die Installation ist unsere erste stehende. Wir hoffen in naher Zukunft weitere solcher Projekte realisieren zu können.

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Zuletzt hast Du mit Deinen beiden Sideprojects zum einen mit “Zee” im i-camp München zum anderen mit “Baba Roga’s revenge voirchestra” im Zeitraumexit in Mannheim überzeugt. Erzähl doch mal unseren Leserinnen- und Lesern was es damit aufsich hat?

VJ Pixelschubser
Zee steht für Zaboura Eichstädt Experience ein Duo welches iPhone Konzerte mit cut up poetry und visuals verknüpft. Ein sehr interessantes Web2.0 – iPhone – new technoligy Projekt.

Baba Roga’s revenge voirchestra ist ist eine stummfilmremix Rauminstallation mit DJ’ing und elektronischen Soundscapes. Es könnte auch als eine Expanded Cinema Erfahrung beschrieben werden. Ich habe den Stummfilm Häxan 1922 von Benjamin Christiansen geremixed. Die Idee des remix besteht darin, das auf einer Leinwand der Film seiner Narration folgt. Auf zwei weiteren Leinwänden kommentiere ich die aktuelle Narration des Filmes mit Filmmaterial aus dem Film und lasse VJ und Videokunst ästhetik einfliessen.

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Meine letzte Frage an Dich Benjamin. Wo können wir Deine VJ Show als nächstes sehen?

VJ Pixelschubser
Diesen Monat spiele ich bei Paul Kalkbrenner in der Halle am 25. im Deep in Heidelberg und am 26. im ms connexion.

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Vielen Dank für das Interview! Auf hoffentlich noch sehr viele tolle Shows von Dir! Und bis bald!

VJ Pixelschubser
Auch von meiner Seite vielen Dank und viel Erfolg für electrovagant.de