la pierre en fleur
Videomapping für die Fassade der Christuskirche Mannheim, Werderplatz — [18.07.26] – englisch Version below
Es beginnt mit Stein: mit jenem hellen, unbewegten Sandstein, der die neubarocke Fassade der Christuskirche seit 1911 trägt. Für einen Abend hört dieser Stein auf, unbewegt zu sein – und beginnt, in der Bildsprache des Werks, noch einmal von vorn: mit Licht und mit Wasser, wie am ersten Tag.
Aus Licht und Wasser entsteht Bewegung, aus Bewegung wird Leben – und mit dem Leben kommt, immer wieder, das Dunkle: Kräfte, die einbrechen, sich über die Fassade legen, sie in Fragmente reißen und verführen wollen. Ebenso oft aber wird dieses Dunkle zurückgedrängt, verliert seinen Halt, weicht dem Licht – ein Wechselspiel, ein Atmen zwischen Widerstand und Rückfall, wie es jedes Leben kennt.
Erst in den letzten drei Minuten kippt dieses Wechselspiel endgültig. Die Bewegung wird dichter, schneller, die Bilder drängen und überschlagen sich – bis aus genau jenen Rissen, durch die eben noch das Dunkle brach, keine neue Dunkelheit mehr wächst, sondern ein Garten. Ranken, Blüten, ein Aufblühen der längst erstarrten Ornamente: la pierre en fleur endet nicht mit Zerstörung, sondern mit einem stillen, bildhaften Sieg des Lichts.
Es ist kein Effektfeuerwerk und keine Predigt. Es ist eine abstrakte Bildmeditation über Licht, Versuchung und das, was am Ende wächst.
la pierre en fleur reiht sich damit in Jantzens Werkserie le taxi pour les galaxies ein – jenen nomadischen Kosmos aus wanderndem Projektionsfahrzeug, der sein Schaffen seit Jahren trägt. Zum ersten Mal jedoch verlässt diese Bildsprache das Fahrzeug: Kein Taxi fährt hier zu den Galaxien, sondern ein Jahrhundert altes Bauwerk selbst wird zum Ort der Verwandlung. Aus Partikel, Glitch und Blüte entsteht damit eine neue, eigenständige Bildsprache im Werk von Benjamin Jantzen.
la pierre en fleur
Videomapping for the facade of the Christuskirche Mannheim, Werderplatz
It begins with stone: the pale, motionless sandstone that has carried the neo-baroque facade of the Christuskirche since 1911. For one evening, this stone stops being motionless — and starts over, in the work’s own visual language, from the very beginning: with light, and with water, as on the first day.
Out of light and water comes movement; out of movement, life — and with life comes, again and again, the dark: forces that break in, spread across the facade, tear it into fragments, and seek to tempt. Just as often, though, that darkness is pushed back, loses its hold, gives way to light — an interplay, a breathing between resistance and relapse, the kind every life knows.
Only in the final three minutes does this interplay tip for good. The movement grows denser, faster, the images crowd and overtake one another — until, out of the very cracks the dark once broke through, no new darkness grows, but a garden. Tendrils, blossoms, a blooming of ornaments long frozen in stone: la pierre en fleur does not end in destruction, but in a quiet, image-made victory of light.
This is not a show of effects, and it is not a sermon. It is an abstract meditation, in images, on light, temptation, and what grows in the end.
la pierre en fleur takes its place within Jantzen’s ongoing series le taxi pour les galaxies — the nomadic cosmos of a travelling projection truck that has carried his practice for years. For the first time, though, this visual language leaves the vehicle behind: no taxi drives to the galaxies here; instead, a century-old building itself becomes the site of transformation. Out of particle, glitch and blossom, a new, independent visual language emerges in the work of Benjamin Jantzen.
